Lunchbericht vom 11. Oktober 2018

Dienstag, 27. November 2018
Manuela Schmid-Schneider Manuela Schmid-Schneider

Backstage

Oder: was steckt hinter dem Gasthof Schützen

Manuela Schmid-Schneider erzählte uns eigentlich einen Teil ihrer Lebensgeschichte, so kam es mir auf jeden Fall vor. Ein erstes Bild zeigt uns den Gasthof in den Anfängen der Eisenbahnzeit, denn damals war der Schützen das Bahnhofrestaurant. Der Zug von Olten fuhr bis dort, darauf ging‘s per Pferdekutsche zum andern Bahnhof, wo der Zug nach Zürich weiterfuhr. Daneben war es der Treffpunkt der Schützen und natürlich der nahe gelegenen Wohnquartiere. Ab 1950 bestand ein Grossteil der Gäste aus Angehörigen des Militärs. Zudem belieferte die Küche die Kantine des Kernareals. Der grosse Umbau erfolge 1985, seit dieser Zeit präsentiert sich der Schützen so, wie wir ihn heute ungefähr kennen. Die Aera Schneider begann 1993. Der Erfolg stellte sich bald ein, denn Schneiders waren sehr initiativ. Jeder verdiente Franken wurde investiert. Die Familie lebte in dieser Zeit sehr bescheiden in einer kleinen Wohnung, denn für mehr reichte es damals nicht. Ein grosser Schritt in Richtung Erweiterung war die Einführung des Catering-Angebots im Jahr 1998. Es sind Veranstaltungen verschiedenster Art zwischen 2 und 1800 Personen, im Normalfall in und um Aarau. Schlösser sind ein beliebter Ort, wo Catering benötigt wird. Das Schützenteam liefert alles Nötige, vorhanden sein muss lediglich Strom, Wasser und eine Zufahrt. Im Durchschnitt sind es heute etwa 2500 Anlässe pro Jahr.

Etwas ganz Spezielles war der Apéro, den das Schützenteam anlässlich der Wahlvon Doris Leuthard im Bundeshaus servieren durfte, Manuela Schmid wird das in ihrem Leben nie vergessen. Ein weiterer Schritt war die Organisation und Lieferung des gesamten kulinarischen Bereichs anlässlich der regelmässigen Pferderennen im Aarauer Schachern.

Im Laufe der Jahre wurden bis jetzt ca. 100 Lernende ausgebildet. Einschneidend war der Brand vom 6. Dezember 2012. Um alle Weihnachtsessen und übrigen Gäste weiterhin so gut wie möglich bedienen zu können übernahmen 3 Schneiders sofort das Restaurant Gehren in Erlinsbach. Auch dort wurde investiert, ausgebaut und erneuert. Mittlerweile erwirtschaftet dieser Betrieb ca. 10% des Gesamtumsatzes. Dieser ist immer noch im Besitze der Eltern Schneider. Die Volksmusikabende gehören mittlerweile zur Tradition. Das gleiche gilt für dieLehrlingswochen. 3 Wochen pro Jahr wird das Restaurant Gehren nur von den Lernenden geführt, auch das eine Erfolgsgeschichte.

Der Generationenwechsel im Gasthof Schützen erfolgte 2014, seit dieser Zeit sind Manuela Schmid-Schneider und Peter Schneider (je zu 50%) Eigentümer der Gasthof Schützen AG. Ebenfalls im Betrieb tätig ist Peters Frau. Beide Familien haben Kinder, so dass sie das Kunststück vollbringen müssen, Betrieb und Familie unter einen Hut zu bringen. Auch die junge Generation bleibt nicht stehen, sie investieren weiter, wie es die Elterngetan haben. Aber sie sind nicht mehr 7 Tage im Betrieb, einen freien Tag pro Woche und ein paar Wochen Ferien müssen sein, denn wie bereits erwähnt, die Familie, die Kinder und fordern von den Eltern Zeit und Zuwendung. Hier springen im Moment noch die Eltern Schneider ein, sie sind da wenn sie gebraucht werden. Wie die Zukunft aussieht wird sich weisen. Als Lieferanten kommen wenn möglich solche aus der Umgebung infrage, doch für Grossanlässe ist der Schützen auf Grosslieferanten angewiesen. Es wird aber nur Schweizerfleisch und Schweizergeflügel serviert. Beim Wild werden die Jäger/Jagdgesellschaften der Umgebung berücksichtigt. Auch auf der Weinkarte finden sich viele Aargauer- und Schweizerweine. Manuela Schmid-Schneider hat uns einen tiefen Einblick in den Betrieb des Schützengegeben, es war spannend und sehr lehrreich. Herzlichen Dank.